Küche organisieren: Ordnung, die im Alltag funktioniert

Küche organisieren: Ordnung, die im Alltag funktioniert

Eine kleine Auszeit für dich: 4 Minuten Lesedauer
Stilvolle und übersichtliche Küche mit freier Arbeitsfläche und ausgewählten Dingen an festen Plätzen

Wie sieht eigentlich die Küche einer Ordnungsexpertin aus?

Küche organisieren muss nicht kompliziert sein. Bei uns leben vier Menschen: mein Mann, unsere zwei Kinder und ich. Unsere Küche wird also täglich benutzt. Und manchmal geht es darin natürlich auch ganz schön lebendig zu.

Trotzdem ist mir wichtig, dass sie übersichtlich bleibt und ich mich darin wohlfühle. Ich mag freie Arbeitsflächen, möchte Dinge schnell finden und brauche für vieles einen festen Platz.

Als ich für die Ordnungswelt ein YouTube Video für die Reihe „Wie Ordnungsexpertinnen wirklich leben“ gedreht habe, habe ich deshalb einmal ganz bewusst darauf geschaut, welche Ordnungslösungen ich bei uns in der Küche eigentlich nutze.

Dabei wurde mir wieder klar: Eine gute Küchenordnung muss nicht kompliziert sein. Sie muss vor allem im Alltag funktionieren.

Vorhandenes nutzen

Ich kaufe nicht für jede Schublade einen speziellen Organizer. Bevor ich etwas neu anschaffe, schaue ich zuerst, was ich bereits zu Hause habe und wie ich es sinnvoll verwenden kann.

Für meine Krimskrams Schublade habe ich kleine Pappschachteln verwendet, die ursprünglich einmal für Tomaten gedacht waren. Darin finden Einkaufslisten, Notizzettel, Stifte und andere Kleinigkeiten ihren Platz. Die Schachteln sehen schlicht aus und passen optisch gut zusammen.

In meinen Schubladen verwende ich zum Beispiel Schubladentrenner. Dadurch bleiben verschiedene Dinge an ihrem Platz und die Schubladen wirken nicht wie eine bunte Sammlung von Kleinteilen.

Manchmal ist bereits etwas vorhanden, das sich wunderbar für eine praktische und schöne Ordnung eignet. Ich finde, man muss nicht immer etwas Neues kaufen, um eine gute Lösung zu schaffen.

Häufig Benutztes bleibt griffbereit

Bei der Organisation meiner Küche frage ich mich nicht nur: Wo kann etwas verstaut werden? Sondern auch: Passt die Lösung zu uns, zu den Menschen, die die Küche täglich benutzen?

Was benutze ich häufig?
Was brauche ich schnell?
Was darf weiter hinten oder in einem Schrank verschwinden?

Ein Beispiel dafür ist meine Gewürzschublade.

Mit einem Schubladeneinsatz stehen die Gläser so, dass ich die Gewürze von vorne erkennen kann. Ich muss also nicht erst mehrere Gläser herausnehmen oder die Schublade durchsuchen. Gewürze, die ich seltener brauche oder noch auf Vorrat habe, stehen weiter hinten in der Schublade.

So sehe ich auf einen Blick, was ich habe, und komme ohne Umwege daran. Denn eine Ordnung, die im Alltag jedes Mal zusätzliche Arbeit macht, wird auf Dauer kaum funktionieren.

Freie Arbeitsflächen schaffen Ruhe

Eine Sache ist mir in meiner Küche besonders wichtig: Ich möchte möglichst viel freie Arbeitsfläche haben. Freie Flächen schaffen für mich Ruhe, lassen die Küche großzügiger wirken und machen es leichter, direkt mit dem Kochen zu beginnen.

Deshalb haben die Dinge, die auf meiner Arbeitsplatte stehen, einen festen Platz.

Essig und Öl sind beispielsweise auf einem schönen Brett zusammengefasst. Auch Spülmittel und Putzmittel sind gebündelt und haben ihren festen Platz. So entsteht nicht ständig ein neues kleines Durcheinander auf der Arbeitsfläche.

Vielleicht kennst du das: Ein Gegenstand steht kurz auf der Küchenablage, dann kommt der nächste dazu und plötzlich ist von der eigentlichen Arbeitsfläche kaum noch etwas übrig.

Wenn etwas seinen festen Platz hat, musst du nicht jedes Mal neu überlegen, wohin es gehört.

Auch praktische Dinge dürfen schön sein

Auch bei praktischen Dingen suche ich bewusst nach Lösungen, die sich gut in meinen Alltag und in mein Zuhause einfügen. Ein Beispiel dafür ist meine Lösung für den Papierabfall: Unter meiner Spüle habe ich nicht besonders viel Platz. Also musste eine andere Lösung her.

Ich habe einen Papierabfalleimer gefunden, der optisch gut in meine Küche passt und gleichzeitig praktisch ist: Er bietet viel Platz, lässt sich leicht befüllen und ebenso einfach ausleeren.

Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, dass Ordnung nicht bedeutet, alles möglichst unsichtbar zu machen. Manchmal darf etwas sichtbar sein.

Entscheidend ist, dass es einen sinnvollen Platz hat und sich gut in den Raum einfügt.

Ordnung muss im echten Leben funktionieren

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis aus meiner eigenen Küche:

Ich möchte nicht ständig darüber nachdenken müssen, ob etwas ordentlich genug ist. Unsere Küche wird jeden Tag benutzt. Es wird gekocht, gegessen, etwas schnell abgestellt und später wieder weggeräumt.

Deshalb brauche ich keine Ordnung, die nur dann funktioniert, wenn jeder einzelne Handgriff perfekt ausgeführt wird. Ich brauche eine Lösung, die auch hektischen Zeiten standhält. Gerade im Familienalltag ist mir wichtig, dass sich alle gut zurechtfinden und wissen, wo etwas hingehört.

Ordnung darf das Leben leichter machen und keine zusätzliche Aufgabe sein.

Probier’s aus

Schau dich heute einmal ganz bewusst in deiner Küche um. Nicht mit dem Gedanken: „Was ist hier alles falsch?“ Sondern mit drei einfachen Fragen:

Was benutze ich täglich?
Was steht mir immer wieder im Weg?
Was könnte einen festen Platz bekommen?

Und bevor du etwas Neues kaufst, schau einmal, was du bereits zu Hause hast.

Vielleicht brauchst du gar keinen neuen Organizer. Vielleicht reicht eine vorhandene Box, ein Glas zum Verschließen oder einfach ein Platz, an den etwas künftig immer zurückkehrt.

Genau solche kleinen Veränderungen machen für mich im Alltag den Unterschied.

Und genau deshalb gibt es für mich auch nicht die eine perfekte Lösung für jede Küche. Was bei einer Familie wunderbar funktioniert, kann für einen anderen Haushalt völlig unpraktisch sein.

Herzliche Grüße,
Deine Diana

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